All-in-One-Lösungen sind das meistgenutzte Pflegesystem für weiche Kontaktlinsen. Ihre Stärke: ein einziges Produkt reinigt, desinfiziert, spült und bewahrt auf. Dieser Überblick erklärt, wie sie funktionieren, für wen sie geeignet sind – und wann ein anderes System sinnvoller ist.
- All-in-One- oder Kombilösungen vereinen alle Pflegeschritte in einem Flakon – praktisch für den Alltag, aber nicht für jeden Linsentyp optimal.
- Konservierungsstoffe wie Polyquaternium-1 (PQ-1) halten die Lösung keimfrei, können bei empfindlicher Bindehaut jedoch zu Unverträglichkeiten führen.
- Kontaktlinsenloesung.com/all-in-one-kontaktlinsenloesung/ listet gängige Kombilösungen mit Hinweisen zur Linsenkompatibilität.
- Für unkomplizierte Augen und kurze Tragezeiten sind All-in-One-Lösungen in der Regel ausreichend und gut verträglich.
Was macht eine All-in-One-Lösung aus und wie ist sie aufgebaut?
Eine Kombilösung erfüllt vier Funktionen in einem Schritt: mechanische Reinigungsunterstützung, antimikrobielle Desinfektion, Benetzung der Linsenoberfläche und sichere Aufbewahrung bis zum nächsten Gebrauch. Dieses Vollpaket-Prinzip macht sie zur meistverkauften Produktkategorie weltweit.
Typische Inhaltsstoffe einer modernen Kombilösung: Polyquaternium-1 (0,001 %) oder PHMB als Konservierungsmittel und Biozid, Borsäure oder Phosphatpuffer zur pH-Stabilisierung (Zielwert 7,0–7,4), Kochsalz für Isotonie (290–310 mOsm/kg), Benetzungspolymere wie Hyaluronsäure, PVP (Polyvinylpyrrolidon) oder Poloxamin und Chelatbildner wie EDTA (Metallionen-Fänger für Enhancer-Wirkung). Die Einwirkzeit für vollständige Desinfektion beträgt laut DIN EN ISO 14729 (dem internationalen Standard für Kontaktlinsenpflegemittel) mindestens 4 bis 6 Stunden bei ruhender Lagerung. In der Praxis bedeutet das: Linsen abends einlegen, morgens einsetzen – das Zeitfenster passt. Wichtig: Nach dem Herausnehmen der Linse muss der Behälter mit frischer Lösung aufgefüllt werden – niemals alte Lösung ergänzen, da sich Verdünnung und Wirkstoffabbau summieren.
Für welche Linsentypen und Träger sind All-in-One-Lösungen am besten geeignet?
Kombilösungen funktionieren am zuverlässigsten bei weichen Hydrogel- und Silikon-Hydrogel-Linsen mit regulärer Tragedauer. Für bestimmte Trägerprofil-Kombinationen sind sie die erste Empfehlung.
Ideale Nutzer: Träger weicher Monatslinsen ohne bekannte Unverträglichkeiten, mit regelmäßiger Pflegeroutine und Tragezeiten unter 12 Stunden täglich. Bedingt geeignet: Träger mit leicht erhöhtem Ablagerungsaufkommen (lipidreicher Tränenfilm) – hier sollten proteolytische Enzymtabletten einmal wöchentlich ergänzt werden. Weniger geeignet: Menschen mit Konservierungsmittel-Allergie (erkennbar an Brennen nach dem Einsetzen, Rötung bis Abend), Träger mit Sicca-Syndrom (trockenes Auge, Schirmer-Test unter 10 mm) und Träger von Extended-Wear-Linsen. Für Tageslinsenträger, die die Linsen täglich neu verwenden und keinen Behälter benötigen, ist die Kombilösung nur als gelegentliches Notfallspülen relevant. Die All-in-One Kontaktlinsenlösung als Produktkategorie, mit Hinweisen zu kompatiblen Linsentypen und verbreiteten Marken, ist auf kontaktlinsenloesung.com/all-in-one-kontaktlinsenloesung/ verbraucherorientiert aufbereitet.
Welche Unterschiede gibt es zwischen den Marken am Markt?
Die Kernformulierung der Kombilösungen verschiedener Hersteller ähnelt sich – die Differenzierung liegt im Biozid, den Benetzungspolymeren und der Kompatibilitätsprüfung mit spezifischen Linsenmaterialien.
Biozid-Varianten: Opti-Free PureMoist (Alcon) nutzt ALDOX und POLYQUAD, eine Doppelkombination mit erweitertem Wirkspektrum. Renu MPS (Bausch + Lomb) setzt auf DYMED (Polyaminopropyl Biguanide), ein PHMB-Derivat. ReNu MultiPlus (Bausch + Lomb) kombiniert DYMED mit dem Polymerbooster Hydranate. Benetzungspolymere: HPMC (Hydroxypropylmethylcellulose) ist der Basisstandard; modernere Produkte nutzen höhermolekulares PVP (Polyvinylpyrrolidon) oder amphiphile Blockcopolymere (Poloxamin 1107). Linsenkompatiblität: PQ-1-haltige Lösungen können bei Silikon-Hydrogel-Linsen ohne explizite SiHy-Freigabe Benetzungsprobleme auslösen. Vor dem Kauf prüfen, ob die Lösung auf der Verpackung SiHy-Kompatibilität ausweist. Generika und Eigenmarken (Apothekenmarken) sind preislich attraktiv und verwenden häufig PHMB – verträglicher für Menschen, die auf PQ-1 reagieren.
Was tun, wenn die All-in-One-Lösung nicht mehr gut vertragen wird?
Eine schleichende Unverträglichkeit gegen die eigene Kombilösung wird oft monatelang falsch interpretiert – als trockene Augen, Bildschirm-Belastung oder allgemeine Empfindlichkeit. Das Muster ist erkennbar.
Typische Zeichen einer Lösung-Intoleranz: Brennen beim Einsetzen, das erst nach 15 Minuten nachlässt. Tränenfluss kurz nach dem Einsetzen. Rötung der Bindehaut, die gegen Abend zunimmt, aber morgens nach dem Herausnehmen abnimmt. Tragezeit-Verkürzung ohne äußere Erklärung. Erster Schritt: Produktwechsel innerhalb der Kombilösungs-Kategorie (anderes Biozid testen). Zweiter Schritt, wenn kein Kombilösungsprodukt hilft: Wechsel auf Peroxidsystem. Laut Daten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) haben bis zu 15 Prozent der Langzeitträger eine Form der Konservierungsmittel-Intoleranz, die sich erst nach Jahren entwickelt. Der Augenarzt kann mit einem Provokationstest (standardisierter Tropfentest mit Konservierungsmittel auf der Bindehaut) eine formale Diagnose stellen.
Dieser Beitrag informiert allgemein über Produktkategorien. Die Wahl des richtigen Pflegesystems sollte mit einem Augenarzt oder Optiker abgestimmt werden, besonders bei bestehenden Beschwerden.
Häufige Fragen zu All-in-One-Kontaktlinsenlösungen
Kann ich verschiedene Kombilösungen mischen?
Nein. Verschiedene Lösungen haben unterschiedliche Puffersysteme und Wirkstoffkonzentrationen. Mischen kann die Wirksamkeit reduzieren oder Ablagerungen auf der Linse erzeugen. Immer bei einem Produkt bleiben oder vollständig wechseln.
Wie lange ist eine geöffnete Kombilösung haltbar?
3 Monate nach dem ersten Öffnen, unabhängig vom aufgedruckten Verfallsdatum (das gilt für ungeöffnete Flaschen). Flasche immer sofort verschließen, Öffnung nicht berühren.
Kann ich eine Kombilösung auch als Augentropfen verwenden?
Nein. Kombilösungen sind für die Linse formuliert, nicht für das Auge direkt. Sie enthalten Konservierungsmittel in Konzentrationen, die für Augentropfen nicht zugelassen sind. Für die Benetzung des Auges beim Tragen: spezifische konservierungsmittelfreie Nachbenetzungstropfen verwenden.
Ist eine teurere Kombilösung automatisch besser?
Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist die Kompatibilität mit dem eigenen Linsentyp und der persönlichen Verträglichkeit. Eigenmarken mit PHMB können für viele Träger besser geeignet sein als teurere PQ-1-Produkte. Im Zweifel verschiedene Produkte im Wochenwechsel testen.
Fazit: All-in-One taugt für den Großteil der Träger – wenn es passt
Kombilösungen sind die praktischste und für unkomplizierte Augen vollständig ausreichende Pflege-Option. Ihre Schwäche liegt bei empfindlicher Bindehaut und hoher Ablagerungsneigung. Wer sich über Produkte und Kompatibilität informieren möchte, findet auf kontaktlinsenloesung.com/all-in-one-kontaktlinsenloesung/ eine erste Übersicht – vor dem Beratungsgespräch beim Optiker.
Redaktion Ratgeber & Produktwissen — Verbraucherorientierte Produktredaktion für Gesundheit und Alltagsprodukte.
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Kontaktlinsen (DGKL): dgkl.de
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): dog.org
DIN EN ISO 14729 — Ophthalmic optics: Contact lens care products
British Contact Lens Association (BCLA): bcla.org.uk
kontaktlinsenloesung.com/all-in-one-kontaktlinsenloesung/
Stand: 26. Juni 2026




